
Gleichstellungsfragen verankernAuch heute noch tragen Lehre und Forschung den Unterschieden zwischen den Geschlechtern erst unzureichend Rechnung. So werden in der Lehre althergebrachte Rollenstereotype unreflektiert fortgeschrieben, wenn der Chef immer männlich ist und die Zuarbeitenden immer weiblich sind. Oder in der Forschung können lebensgefährliche Irrtümer unterlaufen, wenn die Dosierung bzw. Verträglichkeit von Medikamenten nur an männlichen Versuchspersonen getestet wird. Insgesamt ist das Wissen über geschlechtstypische Unterschiede zu gering, namentlich über deren Ursachen und wirksame Gegenstrategien. Zur Abhilfe setzen wir uns dafür ein, dass in Lehre und Forschung eine Differenzierung nach Geschlecht ähnlich normal wird wie eine Differenzierung nach Nation oder sozialer Schicht. Breite Angebote gibt es trotzdem erst an Fachhochschulen mit sozial- und geisteswissenschaftlicher Ausrichtung, darunter eine modellhafte Bibliothek und Infothek. Künftige Fortschritte sind vom Programm zur Institutionalisierung der Frauen- und Geschlechterforschung zu erwarten, das vom Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg Mitte 2000 ausgeschrieben wurde. Es fördert die Einrichtung einschlägiger (Teil-)Professuren und Kompetenzzentren. | Handlungskatalog
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