Diplom-Betriebswirtin (FH) Hilde Kuch (stephan_hilde@smile.ch, Stand 7/00)

36 Jahre, eine Tochter; Controllerin in einem mittelständischen Industrieunternehmen, zuvor Projektadministratorin in einem öffentlichen Forschungsinstitut, Studium der Betriebswirtschaftslehre mit den Vertiefungsrichtungen Logistik und Unternehmensführung, Ausbildung zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel.


Zur Person

1983 schloss ich meine Ausbildung zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel ab. Nach weiteren fünf Jahren beruflicher Tätigkeit als kfm. Angestellte musste ich feststellen, dass ich bereits das Ende der Fahnenstange erreicht hatte bezüglich meiner beruflichen Perspektiven und Herausforderungen. Wohin ich auch blickte, Aufstiegsmöglichkeiten aus den eigenen Reihen (also durch einen Aufstieg im Unternehmen selbst) waren so selten wie ein Lottogewinn. Und eine andere Möglichkeit, mich weiter zu entwickeln, sah ich vorerst nicht. Diese Erkenntnis - ich war damals gerade 23 Jahre alt! - stürzte mich in eine persönliche Krise.

Auch wenn ich keine Lösung für mein Problem sah: Der Wille, dieser frustrierenden Sackgasse zu entkommen, wuchs. Und so kam ich auf die Idee, einen Traum zu verwirklichen, "bevor ich zu alt werden würde": Ich bewarb mich als Au-pair nach Kanada, und ein paar Monate später saß ich mit gewaltigem Herzklopfen im Flugzeug auf dem Weg nach Toronto.

Die folgenden acht Monate waren ein Sammelsurium an Gelegenheitsjobs (Nanny war ich grade mal 9 Wochen), und neben den Sprachkenntnissen prägte mich eine Erfahrung ganz besonders: Das Leben kann spannend und aufregend sein - auch ohne langweiligen Job und mageres Gehalt!

Mit Abenteuerlust und einem neuen Selbstwertgefühl kehrte ich zurück nach Deutschland. Und plötzlich ging alles wie von selbst: Mit dem Besuch des Berufskollegs erwarb ich die Fachhochschulreife, und nach einem Jahr begann mein BWL-Studium in Geislingen.


Zu Studienwahl/Studium

Bei der Wahl des Studiums musste ich mich entscheiden, ob ich meine bisher eingeschlagene Richtung weitergehen oder eine völlig neue Orientierung vornehmen sollte; vor allem Fremdsprachen und auch Literatur erschienen mir neben BWL besonders reizvoll. Letztlich gab die praktische Veranlagung in mir den Ausschlag: Fremdsprachen würden mein BWL-Studium ausgezeichnet ergänzen. Die konkreten Berufschancen eines betriebswirtschaftlichen Studiums schätzte ich höher ein als die der genannten Alternativen. Ferner konnte mir die bisherige berufliche Praxis von Nutzen sein.

Die Bandbreite der Kurse gefiel und überzeugte mich vom ersten Semester an: Neben den wirtschaftswissenschaftlichen Fächern standen u. a. Recht, Statistik, Fremdsprachen, Sozialwissenschaften, Technik und EDV auf dem Programm.
Aufgrund meiner beruflichen Praxis wurden mir beide Praxissemester erlassen. Das erste absolvierte ich dennoch "freiwillig" als Austauschstudentin in Manchester. Statt des 2. Praxissemesters nahm ich ein Urlaubssemester, um meiner Reiseleidenschaft zu frönen und ein erworbenes (für mein Studium nicht anerkanntes) Stipendium am Institut für Wirtschaftsingenieure in St. Petersburg zu realisieren. Die Auslandserfahrungen ergänzten neben der fachlichen meine persönliche Entwicklung. Die erworbenen Sprachkenntnisse sowie die Auslandserfahrung allgemein bildeten weiterhin einen wichtigen Meilenstein meines beruflichen Werdegangs.


Zur Berufspraxis

Die Zentralverwaltung der Fraunhofer-Gesellschaft in München wurde 1993 mein erster Arbeitgeber. Die administrative Betreuung internationaler Forschungsprojekte war eine faszinierende Materie - die Eigenheiten der öffentlichen Hand sagten mir allerdings mit der Zeit weniger zu. 1997 wechselte ich in die Industrie (Pharma/Biotech) und widmete mich zum ersten mal dem Aufbau eines Controlling-Systems für ein mittelständisches Unternehmen.

Im Juni 1999 wechselte ich konzernintern zur neu gegründeten Tochter-AG in die Schweiz, um dort ebenfalls das Controlling aufzubauen.

Seit April 2000 habe ich eine kleine Tochter, und die neueste Herausforderung besteht darin, Job und Familie unter einen Hut zu bekommen, der kein Helm ist. Bei vollkommen flexibler Arbeitszeit und einem äußerst kooperativen Lebens- (und Geschäfts-)partner sind die Voraussetzungen ideal.

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