Diplom-Betriebswirtin (FH) Anja Hiller

30 Jahre, ledig

10.89 - 07.93 
BWL-Studium an der Fachhochschule Nürtingen

10.93 - 10.98 
Assistentin in den Fachbereichen Betriebswirtschaft an der Fachhochschule Nürtingen

Seit 02.94 
Doktorandin an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Mein erster Berufswunsch, der sich bereits während der Schulzeit entwickelte, war es, Lehrerin zu werden. Doch aufgrund der zu dieser Zeit sehr schlechten Berufsperspektiven für Lehrerinnen entschloss ich mich nach dem Abitur zu einer kaufmännischen Ausbildung. Die klassische Rolle der Frau als Hausfrau und Mutter war für mich schon vor Beginn meines Studiums kein Thema, da ich mir ein Leben ohne berufliche Herausforderung nicht vorstellen kann. Nach Abschluss meiner Promotion und nach dem Erwerb der dafür notwendigen Berufspraxis strebe ich mittelfristig eine Professur an einer Fachhochschule an, um mir damit den Traum des Arbeitens mit jungen Menschen zu erfüllen.

Auch als Absolventin einer Fachhochschule stand mir die Möglichkeit einer Promotion offen, ohne Nachteile gegenüber Universitätsabsolventinnen in Kauf nehmen zu müssen, da meine Diplomnote im oberen Bereich der Notenskala lag. Mein Entschluss zu promovieren entwickelte sich in der letzten Phase meines Studiums. Von Vorteil für den Erhalt einer Zulassung zur Promotion war die Tatsache, daß mein Doktorvater sowohl an der Fachhochschule Nürtingen als auch an der Universität Freiburg lehrt. Nachdem die Universität Freiburg ihre geänderte Promotionsordung (Erweiterung um die Zulassung besonders qualifizierter FH-Absolventen/-innen zur Promotion) vom Ministerium genehmigt zurückerhalten hatte, wurde mir einige Wochen später die Zulassung zur Promotion an der Universität erteilt.

Da ich aus finanzieller Sicht während der Promotion darauf angewiesen bin zu arbeiten, hatte ich bis Ende Oktober 1998 eine Stelle als Assistentin in den Fachbereichen Betriebswirtschaft der FH Nürtingen inne. Dabei handelte es sich aus Zeitgründen nicht um eine volle, sondern um eine halbe Stelle, um noch ein wenig Zeit für die Promotion zur Verfügung zu haben. Die Kombination Promotion - Stelle an einer Hochschule bietet zudem weitere Vorteile, wie z.B. die Benutzung der Bibliothek, die Nähe kompetenter Ansprechpartner usw. Seit November 1998 widme ich mich verstärkt der Promotion, um sie in den nächsten Monaten abschließen zu können. Der Kontakt zur Hochschule und eine gewisse finanzielle Grundversorgung bleibt durch diverse Lehraufträge erhalten.

Durch meine Ausbildung zur Bankkauffrau wurde während dieser Zeit der Studienwunsch als solcher und die Studienrichtung Betriebswirtschaftslehre festgelegt, da sich durch die Beschäftigung mit kaufmännischen Themen ein betriebswirtschaftliches Interesse entwickelte, das durch das alleinige Beenden der kaufmännischen Ausbildung nicht befriedigt werden konnte. Aus der Praxis kommend wollte ich den Bezug zur Praxis nicht komplett verlieren und habe daher die Fachhochschule der Universität vorgezogen.

Studium und Promotion bieten trotz hoher Belastung die Möglichkeit, zudem noch Sport auf einem hohen Niveau zu betreiben. Da ich schon seit vielen Jahren leistungsorientiert Handball spiele (z.Zt. bei der TuS Metzingen in der 2. Bundesliga), spielt das sogenannte Zeitmanagement in meinem Leben eine sehr große Rolle. Doch Ehrgeiz im Sport lässt sich auch auf andere Lebensbereiche übertragen und sportliche Erfolge helfen über manche Durststrecke während der Promotion hinweg.

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